Sonntagabend-Blues – Kennst du dieses Gefühl am Sonntagabend?
- Erich Huber
- 21. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Es ist Sonntagabend. Das Wochenende war schön, du hast dich erholt – und trotzdem schleicht sich mit dem Dunkelwerden ein unangenehmes Gefühl ein. Eine diffuse Schwere. Vielleicht sogar ein leichtes Ziehen im Bauch. Der Montag wirft seinen Schatten voraus.
Du bist damit nicht allein.
Was hinter dem Sonntagsgefühl steckt
Dieses Phänomen ist so verbreitet, dass es sogar einen Namen hat: den «Sunday Scaries» oder im Deutschen ganz treffend den «Sonntagsblues».
Es ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist auch nicht einfach «zu viel Drama». Es ist eine echte, körperliche und emotionale Reaktion – ausgelöst durch den bevorstehenden Wechsel von Freiheit zu Verpflichtung.
Unser Nervensystem ist gut darin, auf Veränderungen zu reagieren. Und der Übergang vom Wochenende in die Arbeitswoche ist eine solche Veränderung – auch wenn wir sie schon hundertmal erlebt haben.
Dazu kommt: Das Wochenende gibt uns Raum für uns selbst. Wir bestimmen den Rhythmus, bewegen uns nach unserem eigenen Takt. Und plötzlich sehen wir, wie dieser Raum kleiner wird. Was wir dabei spüren, ist oft nicht der Montag selbst – sondern der Abschied von uns selbst.
Wenn der Körper mehr weiss als der Kopf
Viele meiner Klientinnen und Klienten beschreiben diesen Moment genau: Sie liegen noch im Bett oder sitzen beim Abendessen, und irgendetwas in ihnen schaltet schon auf «Modus Arbeit» um – obwohl der Montag noch Stunden entfernt ist. Der Kopf beginnt zu planen, zu sortieren, zu grübeln. Der Körper spannt sich an.
Das ist kein Fehler im System. Es ist ein Hinweis.
Dein inneres Erleben versucht dir etwas zu sagen. Vielleicht, dass du unter der Woche wenig Raum für dich hast. Vielleicht, dass dich etwas in deiner Arbeit belastet, das noch unausgesprochen ist. Oder einfach, dass du grundsätzlich mehr brauchst, als dein Alltag dir gerade gibt.
Was du jetzt tun kannst
Erstens:
Nimm das Gefühl wahr, ohne es wegzuschieben. Ein kurzer Spaziergang in der Abenddämmerung, eine Tasse Tee, ein paar Minuten Stille – das hilft dem Nervensystem, nicht in den Alarmzustand zu kippen.
Zweitens:
Beende den Sonntag bewusst. Ein kleines Ritual hilft deinem Körper zu verstehen, dass der Tag wirklich zu Ende geht – und nicht schon in den Montag übergeht. Schreib drei Dinge auf, die heute gut waren. Oder einfach: Leg das Handy weg.
Drittens:
Frag dich ehrlich, was hinter dem Gefühl steckt. Ist es nur die Umstellung? Oder ist da mehr? Diese Frage ist keine Schwäche – sie ist der Beginn von etwas Wichtigem.
Ein letzter Gedanke
Der Sonntagsblues ist oft kein Problem des Sonntags. Er ist ein Spiegel, der zeigt, wie es dir unter der Woche wirklich geht.
Wenn du merkst, dass dieses Gefühl regelmässig stärker wird – dass Montage zur Last werden, dass Erholung kaum mehr möglich scheint – dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Nicht allein, sondern mit Unterstützung.
Ich begleite Menschen genau in solchen Momenten: wenn der Alltag zu schwer wird und du spürst, dass etwas sich verändern darf.
Dein erstes Gespräch bei mir ist kostenlos und unverbindlich – melde dich einfach.





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