Grenzen setzen – Teil 1: Warum uns Grenzen so schwerfallen
- Erich Huber
- 29. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Kennst du das? Jemand bittet dich um etwas, und obwohl du eigentlich keine Zeit, keine Kraft oder einfach keine Lust hast, sagst du trotzdem Ja. Danach ärgerst du dich – über die andere Person, aber eigentlich mehr über dich selbst.
Grenzen zu setzen klingt einfach. In der Praxis ist es für viele Menschen eine der grössten Herausforderungen überhaupt.
Woher kommt das?
Für die meisten von uns beginnt es früh. Als Kinder haben wir gelernt, dass Anpassung Liebe und Anerkennung bringt – und dass Widerspruch oder ein klares Nein oft auf Ablehnung oder Enttäuschung trifft. Dieses Muster bleibt oft bis ins Erwachsenenalter bestehen, auch wenn die ursprüngliche Situation längst vorbei ist.
Dazu kommt die Angst, andere zu enttäuschen oder als egoistisch zu gelten. Viele Menschen verwechseln Grenzen mit Ablehnung – dabei ist eine Grenze zunächst nichts anderes als eine ehrliche Aussage darüber, was für dich gerade stimmig ist und was nicht.
Was Grenzenlosigkeit mit dir macht
Wenn du ständig über deine eigenen Grenzen gehst, um es anderen recht zu machen, sammelt sich das an. Häufig zeigt sich das körperlich – als Erschöpfung, innere Anspannung oder das Gefühl, dass etwas fehlt, ohne genau zu wissen was. Vielleicht kennst du das schon aus der Reihe „Wenn der Körper spricht".
Auf energetischer Ebene bedeutet jede unausgesprochene Grenze, dass du einen Teil deiner Kraft nach aussen abgibst – an Erwartungen, die gar nicht deine eigenen sind.
Ein erster Schritt
Grenzen setzen beginnt nicht mit dem lauten Nein nach aussen, sondern mit der leisen Ehrlichkeit nach innen. Drei Fragen, die dir dabei helfen können:
Sage ich gerade Ja, weil ich es will – oder weil ich Angst habe, was sonst passiert?
Wie fühlt sich mein Körper an, wenn ich an diese Situation denke – eng oder frei?
Was würde sich verändern, wenn ich mir selbst genauso wichtig wäre wie den anderen?
Diese Ehrlichkeit ist der erste Schritt. Sie schafft die Klarheit, die du brauchst, bevor du überhaupt etwas nach aussen sagst.
Im zweiten Teil schauen wir uns an, wie du diese Klarheit auch nach aussen tragen kannst – wie ein Nein klingen kann, ohne dass Schuldgefühle mitschwingen.
Eine Frage, die dich gerade beschäftigt?
Wenn du merkst, dass eine ganz bestimmte Grenzfrage dich gerade besonders beschäftigt — sei es beruflich oder privat — kannst du diese auch gezielt mit Beratung Kompakt klären.
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